Änderungen in der Energie-EV: Ab 1.Mai ist die neue EnEV in Kraft getreten

Kernelement ist eine Anhebung der Effizienzanforderung für Neubauten ab dem 1. Januar 2016. Bei Sanierungen im Gebäudebestand werden - auch dank der nachdrücklichen Interventionen der Verbände - die energetischen Anforderungen hingegen nur minimal verschärft.

Wie bereits im vergangenen Jahr berichtet, wird damit für den Tischler die Sanierung von zum Beispiel Fenster im Altbau nicht unnötig kompliziert und teuer. Einzig der Ud Wert wird mit 1,8 W/m²K leicht reduziert.

Die Änderungen im Überblick

Was sich im Allgemeinen für Handwerksunternehmer und Privatpersonen mit Immobilienbesitz ändert, finden Sie im nachfolgenden Überblick - zusammengestellt von der Deutschen Handwerkszeitung.

Neubauten:

Energieeffizienz - ab 1. Jan 2016 müssen neu gebaute Wohn- und Nichtwohngebäude höhere energetische Anforderungen erfüllen. Der zulässige Wert für die Energieeffizienz (Jahres- Primärenergiebedarf) wird um 25 % gesenkt. Ab 2021 gilt dann für alle Neubauten der von der Europäischen Union festgelegte Niedrigstenergie-Gebäudestandart. Die hierfür gültigen Richtwerte sollen bis Ende 2018 öffentlich bekannt gegeben werden.

Wärmeschutz - ist für einen Neubau eine Kühlanlage vorgesehen, müssen auch bauliche Maßnahmen zum Wärmeschutz im Sommer getroffen werden. Jedoch nur in dem Umfang, wie die Investition innerhalb der anzunehmenden Nutzungsdauer durch die eingesparte Kühlenergie amortisiert werden kann.

Altbauten 

Öl- Gasheizkessel - ab 2015 müssen Öl- und Gasheizkessel, die vor 1985 eingebaut wurden, außer Betrieb genommen werden.

Heizungsanlagen - die nach dem 1. Jan 1985 eingebaut wurden, müssen laut der neuen EnEV spätestens nach 30 Jahren ersetzt werden. Für diese Regelung gibt es allerdings Ausnahmen: Ein- und Zweifamilienhausbesitzer, die zum 1. Feb 2002 in ihrem Haus mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben, sind von der Verpflichtung befreit. Kommt es zu einem Eigentümerwechsel, muss der neue Hausbesitzer die Austauschpflicht innerhalb von 2 Jahren erfüllen. Niedertemperatur- Brennwertkessel sind von der Austauschpflicht ausgenommen.

Dämmung - oberste Geschossdecken, die nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllen, müssen spätestens bis Ende 2015 gedämmt sein. Darunter fallen Decken beheizter Räume, die direkt an ein nicht beheiztes Dachgesch0ss angrenzen. Es reicht jedoch auch aus, wenn das darüber liegende Dach gedämmt ist oder den Anforderungen entspricht. Ausnahmen gelten ebenfalls, wenn die Hausbesitzer zum 1. Feb 2002 in ihrem Haus mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben.

Energieausweis

Immobilieninserat - wer eine Immobilie bewirbt, muss Interessenten künftig mehr Transparenz über die Energiewerte geben. Die wichtigsten energetischen Angaben aus dem Energieausweis müssen schon in der Immobilienanzeige genannt werden, z. Bsp. der durchschnittliche Energiebedarf des Gebäudes.

Immobilienverkauf - Verkäufer und Vermieter müssen den Energieausweis künftig bereits bei der Besichtigung vorlegen. Kommt es zu einem Vertragsabschluss, muss der Ausweis umgehend an den Käufer bzw. Mieter übergeben werden. Eine Kopie des Originals ist jedoch ausreichend. Wer dies versäumt, kann mit Bußgeldern von 15.000 Euro bestraft werden.

Energieeffizienzklassen - der neue Energieausweis weist jedem Gebäude künftig eine genaue Energieeffizienzklasse zu. Dabei stellt die Klasse A+ den niedrigsten Energiebedarf dar und damit den besten Wert. Ein sehr hoher Energiebedarf wird hingegen mit dem Buchstabe H gekennzeichnet. Der bisherige Hinweis, eine Farbskala, die die Effizienz von grün bis rot darstellt, bleibt ebenfalls erhalten. Ob im Einzelfall der alte Energieausweis weiter gilt, kann z. Bsp. bei den zuständigen Länderministerien erfragt werden.

 

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